Mit den Flüchtlinge sind auch Themen ins Land gekommen ,über die die meisten Menschen noch gar nicht nachgedacht haben. Etliche Leute sind hier, die mit mehreren Frauen oder Männern verheiratet sind.

Die Polygamie bezeichnet in Bezug auf den Menschen eine Form der Vielehe. Diese wird meistens mit mehreren Frauen als mit Männern vollzogen.

Polygamie in Deutschland: Grundsätzlich ist bereits die Bigamie, also das Eingehen einer zweiten Ehe unzulässig. Andererseits geht das deutsche Recht pragmatisch mit der Tatsache um, dass andere Kulturen und Staaten die Vielehe dulden. – und zwar dort, wo es um die Rechte und um den Schutz der Betroffenen geht. Aus solchen Ehen können Erb- oder Unterhaltsansprüche resultieren. Das Sozialgesetzbuch regelt sogar ausdrücklich, dass mehrere Ehefrauen gemeinsam Anspruch auf eine Witwenrente haben können, welche sie sich dann teilen müssen. Im Bereich des Ausländerrechtes wird eine Zweit- oder Mehrehe nicht akzeptiert. Über den Familiennachzug kann also immer nur eine Frau pro Mann nach Deutschland einreisen.

Die in westlichen Gesellschaften  verbreiteten Ansichten über Polygamie sind stark von Ablehnung geprägt. Hier zu Lande ist es unsittlich, mehrere Ehen gleichzeitig zu führen. Innerhalb anderer Kulturen wie zum Beispiel dem Islam wird die Polygamie gestattet. Aber warum gibt es solche Disparitäten? Die Antwort darauf findet sich im Glauben der Menschen. Während das Christentum ausdrücklich die Mehrehe ablehnt, erlaubt der Islam diese. Allerdings ist die Zahl der Ehefrauen auf vier beschränkt.

Mir stellt sich die Frage, ob man es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, mehreren Partnern den Ausdruck der Liebe in Form einer Ehe zu vermitteln. Ich als Europäerin kann das Eingehen einer polygamen Beziehung nicht befürworten. Meiner Meinung nach müssen solche Ehen von Eifersucht und Missachtung geprägt sein. Einerseits toleriere ich diese Lebensart, aber andererseits finde ich sie moralisch nicht vertretbar. Außerdem stellt sich die Frage, ob eine Person mehrere Partner gleich stark lieben und achten kann. Öfters hört man ja, dass die Erstfrau den anderen vorgezogen wird.

Als Fazit lässt sich meiner Meinung nach also sagen, dass jeder Mensch selbst verantworten muss wie er sich eine Ehe vorstellt, solange es das jeweilige Gesetz duldet.

Kommentare zu: "Polygamie-moralisch vertretbar ?" (1)

  1. doodlelaroo schrieb:

    Für den Großteil von uns erscheint die Vorstellung mehr als eine Person lieben und zu heiraten unvorstellbar. Ich denke, dass es an unserer Erziehung und der Gesellschaft liegt, dass wir die Liebe und Ehe als eine Verbindung von zwei Menschen sehen. Ich bin der Meinung, dass es durchaus möglich ist ein solch starkes Gefühl wie Liebe für mehrere Menschen zu entwickeln. Solange man mit dem vollkommenen Einverständnis von jedem Beteiligten mehrere Beziehungen und Ehen führt und für Ausgleich und Ehrlichkeit gesorgt wird finde ich diesen Beziehungsstil vollkommen in Ordnung. Mehrere Frauen oder Männer zu heiraten sollte nicht aus Tradition geschehen oder weil eine Person „nicht genug“ ist, sondern aus wahrer Liebe zu allen. Deutschland sollte diese eventuell befremdliche Form der Ehe nicht verbieten; auch wenn ich mir vorstellen kann, dass wirtschaftliche Komponenten des Ehevertrags (wie Versicherungen) durch eine Vielehe das System durcheinander bringen würden. Zudem ist es seltsam, dass mehrere Ehen verboten sind, aber Fremdgehen vom Gesetz „toleriert“ wird. Hier wird ohne Einverständnis des Partners gehandelt.

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