Die Gewalt bei der Kindererziehung ist heutzutage ein umstrittenes Thema. Die Meinungen driften weit auseinander. Von Eltern, die sich nicht mal vorstellen können ihre Kinder zu schlagen bis hin zu Eltern für die es ganz naturell erscheint ihre Kinder zu schlagen, ist alles vorhanden. Dieses Phänomen tritt meistens in westlichen Ländern auf, wo jeder die gleichen Rechte hat und niemand durch Kultur runtergestuft wird, wie es in östlichen Ländern oft nicht der Fall ist. Dort haben Frauen nicht die gleichen Rechte wie die Männer und Gewalt gehört einfach zur Erziehung der Kinder.

Unterstützer dieser Erziehungsmethode begründen ihre Meinung damit, dass Kinder nicht immer den Eltern gehorchen und manchmal die Kinder durch bloßes Ermahnen nicht lernen. Da Kinder oft rebellisch sind und nicht auf die Eltern hören, fühlen sich viele Erziehungsberechtigten gezwungen Gewalt anzuwenden. Man könnte das auch mit Tieren vergleichen, da viele Tiere nicht durch Vernunft lernen sondern durch Schmerz, wobei man nicht vergessen darf, dass Menschen Vernunft besitzen. Oft wissen die Eltern besser was gut für das Kind ist und versuchen aus diesem Grund das beste für ihre Kinder durchzusetzen. Da Kinder oft noch sehr unerfahren sind und einfach nicht vernünftig handeln wollen, benutzen Eltern Gewalt um das Beste für die Kinder zu erreichen auch wenn es für den Augenblick unschön ist.

Kontrahenten dieser Methode sehen darin keinen Mehrwert. Sie sind der Meinung, dass die Kinder bloß verstört werden und Angst vor ihren eigenen Eltern bekommen. Man fürchtet, dass sich bei den Kindern psychische Störungen entwickeln und selber gewaltbereiter werden. Außerdem kann regelmäßiger Gewaltmissbrauch aus Seiten der Eltern zu Persönlichkeitsstörungen des Kindes, und das Gehirn des Kindes kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Weiterhin sind sich Experten sicher, dass Gewalt als Strafe bloß kurzzeitig hilft und eigentlich nur alles schlimmer macht. Wie jeder weiß lernen die Kinder von ihren Eltern und übernehmen oft Ideen, Meinungen und ahmen die Eltern nach, da Sie in frühen Jahren des Lebens die Vorbilder ihrer Kinder sind. Aus diesem Grund versuchen Kinder viele Probleme durch Gewalt zu lösen, genauso wie es ihre Eltern tun, und versuchen erst gar nicht Probleme gewaltlos zu lösen. Heutzutage werden in viel weniger Familien Gewalt angewendet, was wahrscheinlich an unserem hohen intellektuellen Niveau, verglichen mit früher, liegt.

Meiner Meinung nach ist es nicht unbedingt verwerflich Gewalt bei Kindern zu benutzen. Es gibt schlicht und ergreifend Problemkinder, die ganz egal was man als Elternteil macht nur Unsinn stiften und da hilft auch jede Vernunft und Geduld nicht. Das betrifft vor allem Kinder, die 6 bis 12 Jahre alt sind, weil sie Vieles noch gar nicht begreifen können und nur das tun, worauf sie Lust haben. Die Vernunft ist in den Altersklassen kaum ausgebildet und man kann denen oft nicht logisch erklären bzw. beibringen was richtig und was falsch ist.  Die Kinder sollten aber auch von den Bestrafungen profitieren und was lernen. Außerdem sollten Eltern Strafen aus gutem Grund auferlegt bekommen und es sollte niemals zur Selbstbefriedigung oder zum Frust ablassen der Eltern dienen. Nach wie vor ist Gewalt eine Erziehungsmaßnahme und nicht eine Sache, die einen gefällt. Die Kinder sollten wissen warum sie bestraft wurden und sollten daraus lernen den selben Fehler nicht zu wiederholen. Sobald die Strafen keinen Sinn mehr haben, haben sie auch keinen Nutzen mehr und schaden den Kindern bloß. Das Wichtigste ist, dass man es nicht übertreiben darf und die Kinder nur in Maßen bestrafen sollte.

Kommentare zu: "Gewalt bei der Kindererziehung" (3)

  1. michaelschindler schrieb:

    Lieber @MONEYBOY in deinem Fazit, dass Gwalt gegen Kinder nicht unbedingt verwerflich ist stimme ich mit dir überein. Kinder in diesem Alter machen eine komplizierte Phase durch und müssen ihren Kompass erst einmal korrekt ausrichten. Sie wissen es einfach noch nicht besser im Gegensatz zu ihren Eltern. Eltern dürfen nur in äußerst schwierigen Situation angemessen starke Gewalt benutzten und dann auch nur wenn ein pädagogischer Sinn sich darunter verbirgt. Wenn. Eltern ihren Frust oder ihren Stress an den Kindern auslassen kann dies zu einem irreversibeln Trauma oder einer Verhaltensstörung kommen, was kontraproduktiv für die erfolgreiche Erziehung eines Kindes wäre. Also nochmal zusammenfassend: Gewalt nur in Notfällen und auch NUR dann wenn es anders nicht mehr geht und nicht aus Spaß oder Laune.

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  2. leonieenanee schrieb:

    @moneyboy erstmal sehr interessantes Thema! Meiner Meinung nach ist Gewalt jedoch auf keinen Fall eine sinnvolle und zu rechtfertigende erziehungsmaßnahme. Ich finde es sehr schwierig festzulegen, ab wann ein Kind Problemkind genug ist um mit Gewalt bestraft zu werden.
    Meiner Auffassung nach erzeugt Gewalt nur wider Gewalt und das eigentliche „Problem“ wird nicht geklärt.

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  3. doodlelaroo schrieb:

    Für mich ist Gewalt in keiner Weise zu unterstützen – weder körperlich noch verbal. Selbst „Problemkinder“ verstehen durch Gewalt ihre Fehler nicht, sondern kommt bloß dazu, dass sie sich heimlich benehmen wie zuvor. Das Kind wird nur den Schmerz als Konsequenz von seinem Verhalten sehen. Jedem Kind sollte klar gesagt werden, warum ihr Verhalten nicht richtig war (egal wie alt es ist) und was passiert, wenn es so weitermacht beziehungsweise wie sich andere dabei fühlen.
    Ich sehe in der Anwendung von Gewalt in der Erziehung vor allem ein Problem bei den Eltern, die nicht sehen, was sie bei ihrem Kind anrichten. Ich kenne selbst Personen, die mit Gewalt im Kindesalter aufwuchsen und ich höre immer, dass das Vertrauen verloren geht. Nicht nur in die Eltern, sondern teilweise zu Erwachsenen und in sich selbst.

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